Archiv für den Monat: November 2016

Erkäl­tungs­balsam

Es gibt eine Menge Heilpflanzen, welche die Beschwerden einer Erkältung lindern können. Die Möglich­keiten der Anwendung sind vielfältig: als Tee, als Balsam zum Auftragen auf die Brust oder als Kräuter­kissen – verwenden Sie die Pflanzen so, wie es für Sie am angenehmsten und auch möglichst praktisch ist.

Die Herstellung eines Erkäl­tungs­balsams zum Auftragen auf die Brust, ist gar nicht so schwer und wenn wir uns einen solchen Balsam selber herstellen, haben wir den Vorteil, dass wir uns die Mischung der Pflanzen nach Belieben selber zusam­men­stellen können.

Bewährt in der Anwendung bei Erkäl­tungen haben sich vor allem Thymian, Fichten­nadeln, Pfefferminze, Anis und Eukalyptus.

Zur Herstellung eines Erkäl­tungs­balsams benötigen wirbalsam

100 ml Olivenöl

20-30 getrocknete Kräuter

15 g Bienenwachs

Eventuell noch ein ätherisches Öl

Das Olivenöl wird im Wasserbad auf etwa 40 °C erhitzt. Wenn das Öl die richtige Temperatur erreicht hat, werden die getrockneten Kräuter zugegeben. Die Kräuter vorher im Mörser zerkleinern.

Die Kräuter nun für 4-5 Stunden ziehen lassen, immer wieder umrühren und das Öl in dieser Zeit warm halten. Am Ende der Auszugszeit wird da Öl zuerst durch ein Sieb gegossen. Um feine Pflan­zenteile vom Öl zu trennen legen Sie eine aufge­faltete Kompresse in einen Trichter und filtern so das Öl nochmals.

Das Auszugsöl nun in einem Topf erwärmen, das Bienenwachs zugeben und schmelzen. Den Balsam  gut verrühren. Ganz nach Belieben können Sie in die etwas abgekühlte Masse noch einige Tropfen ätherisches Öl unter­rühren. Da viele ätherische Öle auch hautreizend wirken, sollten maximal 20 Tropfen ätherisches Öl in 100 g Balsam gegeben werden.

Den Erkäl­tungs­balsam in kleine Gläschen füllen und erst nach dem Abkühlen verschließen.

Vergessen Sie nicht, Ihr Balsam noch zu beschriften (Inhalts­stoffe, Herstellungsdatum).

Der Erkäl­tungs­balsam ist ein schönes Mitbringsel gerade jetzt in der vorweih­nacht­lichen Zeit oder bei einem Kranken­besuch. Oder wir tun uns einfach selber etwas Gutes!

Theriak

20150221_145137Zu den tradi­tio­nellen Tinkturen unserer Kultur gehört der Theriak. Das älteste Rezept von Theriak wurde in eine Mauer des Askle­pieions von Kos meiselt. Mit der Tinktur aus Fenchel, Anis und Kümmel haben die griechischen Ärzte der Antike Schlan­genbisse behandelt. Im Laufe der Zeit hat sich die Zusam­men­setzung der Tinktur immer wieder verändert. So wurden unter anderem Entenblut, Schlangen- oder Kröten­fleisch beigefügt, dabei spielte natürlich auch die Magie eine gewisse Rolle. Die Anzahl der Zutaten für den Theriak lag bei 54, als der Leibarzt des Königs von Pontos in vorchrist­licher Zeit die Tinktur zubereitete. Sie sollte sogar vor Schlan­gen­bissen schützen.

Als weitere Zutat wurde später noch Opium verwendet. Galenus, ein griechisch-römischer Arzt,  nennt 70 Zutaten für die Zubereitung des Theriak.

„Himmels­arznei“, so wurde der Theriak im Mittelalter genannt. Sollte er doch sogar gegen so gefürchtete Krank­heiten wie Pest und Cholera wirken.

In der Zeit der Renaissance wurde Theriak vor allem in Vendig produziert und hat der Stadt einen Teil  seines Reichtums geschenkt. Die Zahl der Ingre­di­enzien ist inzwischen auf bis zu 300 gestiegen. In Lehrbüchern für Apotheker und Mediziner des 19. Jahrhunderts sind noch Rezepte für Theriak beschrieben und auch heute noch, besteht bei vielen Menschen der Glaube an die Heilwirkung des Theriak. Im Internet finden sich viele Rezepte.

Übrigens ist Theriak ein Bestandteil des bekannten Schwedenbitters.

Eine Heilwirkung wurde in Studien bisher nicht nachge­wiesen, aber oft hilft ja bekanntlich allein schon der Glaube an eine Medizin