Theriak

20150221_145137Zu den tradi­tio­nellen Tinkturen unserer Kultur gehört der Theriak. Das älteste Rezept von Theriak wurde in eine Mauer des Askle­pieions von Kos meiselt. Mit der Tinktur aus Fenchel, Anis und Kümmel haben die griechischen Ärzte der Antike Schlan­genbisse behandelt. Im Laufe der Zeit hat sich die Zusam­men­setzung der Tinktur immer wieder verändert. So wurden unter anderem Entenblut, Schlangen- oder Kröten­fleisch beigefügt, dabei spielte natürlich auch die Magie eine gewisse Rolle. Die Anzahl der Zutaten für den Theriak lag bei 54, als der Leibarzt des Königs von Pontos in vorchrist­licher Zeit die Tinktur zubereitete. Sie sollte sogar vor Schlan­gen­bissen schützen.

Als weitere Zutat wurde später noch Opium verwendet. Galenus, ein griechisch-römischer Arzt,  nennt 70 Zutaten für die Zubereitung des Theriak.

„Himmels­arznei“, so wurde der Theriak im Mittelalter genannt. Sollte er doch sogar gegen so gefürchtete Krank­heiten wie Pest und Cholera wirken.

In der Zeit der Renaissance wurde Theriak vor allem in Vendig produziert und hat der Stadt einen Teil  seines Reichtums geschenkt. Die Zahl der Ingre­di­enzien ist inzwischen auf bis zu 300 gestiegen. In Lehrbüchern für Apotheker und Mediziner des 19. Jahrhunderts sind noch Rezepte für Theriak beschrieben und auch heute noch, besteht bei vielen Menschen der Glaube an die Heilwirkung des Theriak. Im Internet finden sich viele Rezepte.

Übrigens ist Theriak ein Bestandteil des bekannten Schwedenbitters.

Eine Heilwirkung wurde in Studien bisher nicht nachge­wiesen, aber oft hilft ja bekanntlich allein schon der Glaube an eine Medizin

Hinterlasse eine Antwort